Duo Gelland

DUO GELLAND "Traumwerk"…die freien Kompositionen unserer Träume…

Samstag, 03.02.17 um 20 Uhr Klangbrücke Aachen

Das schwedisch-deutsche Spitzenmusiker-Paar DUO GELLAND löst seit 1994 den selbstgesetzten Anspruch
auf Wiedererfindung der Gattung Violinduo mit allein über 200 ihm gewidmeten Neukompositionen erfolgreich ein.
In einer intensiven szenischen Performance hören wir die Jahrespreisträger der Deutschen Schallplattenkritik 2008 mit Musik von James Dillon, Giorgio Netti, Hans-Joachim Hespos und Texten von Jean Cayrol.

Cecilia und Martin Gelland, Violinen

Die musikalischen Beiträge des Programms:

James Dillon – Traumwerk (1995/96)
In 12 Sätzen lässt der schottische Komponist James Dillon der Phantasie freies Spiel. Er selbst bezeichnet diese Sammlung als ein Tagebuch, eine Ansammlung von Eindrücken. In der musikalischen Gestaltung lässt er keine Grenzen zu, vom Leisesten bis zum Stärksten, vom Meditativen bis zum Schauderhaft-Erschreckenden, von Strenge bis zu Verspieltheit. James Dillon legt seiner Komposition einen Ausspruch Albrecht Dürers zugrunde:
„Jener, der ein Traumwerk realisieren will, muss alle Sachen darein mischen“ und er bezieht sich damit auf Dürers Randzeichnungen zum Gebetbuch Kaiser Maximilians aus dem Jahre 1515.

Giorgio Netti – inoltre (2006)
Die Möglichkeiten der Violine schöpft der Italiener Giorgio Netti (geb. 1963 in Mailand)
vollständig aus. inoltre ist eine Auftragswerk des Festivals Stockholm New Music, symbolisiert Alberto Giacomettis endlosen Versuch, den Kopf seines Bruders Diego zu modellieren. Es offenbarten sich für Giacometti immer neue Aspekte, immer tiefer drang er in das Unbekannte ein. Giorgio Netti versinnbildlicht dies mit der allmählichen Vereinigung von Klang, Körper und Instrument. Es entsteht eine Klangwelt, die sich durch die Kombination zweier Violinen vervielfältigt. Samadhi, das innere „Erglühen“ im Yoga, den mystischen Zustand der Befreiung bezeichnend, ist bewusst von Giorgio Netti gegen Ende des Stückes musikalisch eingebracht worden.

Hans-Joachim Hespos, (2012)
A E R I – klangszenen für zwei violinen (und tänzerische Spur)
„den singdrosseln gewidmet“ – vermerkt die Partitur; Wenn Drosseln Noten lesen könnten . . .
Dann müssten sie sich allerdings mit den für Hespos typischen Vortragsanweisungen vertraut machen, die etwa ein „wild diabolisches abschuften“ vom Interpreten verlangen. Vogelstimmen sind in der Musikgeschichte nicht selten. In der französischen Moderne war es besonders Olivier Messiaen, der in seinem Klavierwerk „Catalogue des oiseaux“ Vogelstimmen akribisch transkribiert und jeweils mit ihrem ornithologischem Namen versehen hat. Hespos hingegen hat seinen Drosseln neue Melodien komponiert, die allerdings auf den hochindividuellen Singmodellen jeder einzelnen Drossel in Hespos Garten basieren.
Komponiert für das schwedische „Duo Gelland“

Die Text-Beiträge zum Programm:
Texte des französischen Schriftstellers Jean Cayrol (1911-2005) … die freien Kompositionen unserer Träume…
aus Die lazarenischen Träume (1948)





Karten Abendkasse: 15,- / 10,- (Ermäßigung für Schüler, Stundenten, Aachenpass)