Peter Eötvös -Komponistenportrait

Hören und Sprechen über Neue Musik

Peter Eötvös - Komponistenportrait

Freitag, der 05.10.2018 um 20 Uhr im Seminarraum der Klangbrücke

Vorbereitet werden die Treffen von Hören und Sprechen über Neue Musik von Hans-Walter Staudte und Günter Härtel

Der Eintritt ist frei, daher ist für diese Veranstaltung  keine Online-Kartenreservierung möglich.

In Front Festival 30 Jahre music loft

IN FRONT FESTIVAL 2018 - 30Jahre GZM und music loft

A House full of music - Konzerte - Bigband Soundbridge

Samstag, 29.09.18 ab 17 Uhr Ballsaal und Klangbrücke

Um 17:00 Uhr starten wir mit „A House full of music“ und bespielen das Alte Kurhaus mit vielen Musikern und Musikerinnen auf allen Etagen. Gleichzeitig finden Mitmachaktionen (Afrik. Trommeln, Bodypercussion, Circlesinging) für alle Altersgruppen statt.

Bei diesem Anlass finden Sie auch Gelegenheit sich über unsere Tätigkeit zu informieren und sich mit unseren Dozenten auszutauschen.

Um 18:00 Uhr findet dann ein Festakt im Ballsaal in Form eines Konzertes statt, in dem sich Schüler und Ensembles präsentieren und damit einen Einblick in die Bandbreite unserer musikalischen Arbeit geben.

Ab 19.30 Uhr kann im Ballsaal getanzt werden. Es spielt die Bigband „Soundbridge“ und eine Dozentencombo.

Wir freuen uns auf Sie!

Eintritt frei!

In Front Festival 30 Jahre GZM

IN FRONT FESTIVAL 2018 - 30 Jahre GZM

NEUE MUSIK ENSEMBLE AACHEN MIT AACHENER KOMPONISTEN

Freitag, 28.09.18 um 20 Uhr Klangbrücke Aachen

Zum 30-jährigen Jubiläum der GZM möchte das Neue Musik Ensemble Aachen (NMEAC) besonders Aachener KomponistInnen würdigen. Neben etablierten Musikschaffenden wie Adriana Sanchez UA, Gottfried Stein UA, Philipp Maintz, Anno Schreier und Heribert Leuchter, soll auch der Nachwuchs auf die Bühne gebracht werden. Im Rahmen des Kompositionsworkshops von Music Loft schrieben acht junge Talente fantasievolle Miniaturen, die an diesem Abend von den Musikern des Ensembles präsentiert werden und den Abend zu einem abwechslungsreichen, spannenden Erlebnis werden lassen.

Programm:

Philipp Maintz trawl für Flöte, Klarinette,Violine,Violoncello und Klavier (Bearbeitete Version)2010/2013
Heribert Leuchter – Variations sur les mots für Mezzo- Sopran,Flöte,Klarinette,Violine, Viola, Cello, Harfe und Piano
Adriana Sanchez – Tango  UA für Stimme,Flöte, Klarinette, Violine, Viola, Cello, Harfe,Klavier und Percusion
Gottfried Stein – Stimmen für Flöte und Viola UA
Anno Schreier -Aus “ Sieben Ballett Szenen “ für Violine, Cello und Klavier 2008/2012  .

 

Junge Komponistinnen und Komponisten :

Cosmas Schindler,Carl Lettinga, Merle Penkwitt, Elisabeth Lettinga, Lucie Hermens,Finja Hermens, Marlene Drees,Mayra Sühs, Margarete Schneider,

Kompositionen von Komponistenwerkstatt für Flöte, Klarinete und Akkordeon





Karten Abendkasse: 15,- / 10,- (Ermäßigung für Schüler, Stundenten, Aachenpass)

In Front Festival 30 Jahre GZM

IN FRONT FESTIVAL 2018 - 30 Jahre GZM

Festival-Auftakt - Triple Jazz Konzert

Donnerstag, 27.09.18 um 20 Uhr Klangbrücke Aachen

Die Idee hinter diesem Triple Konzert ist es, dreißig Jahre „Jazz aus Aachen“ zu präsentieren. Einige der Akteure prägen seit Jahrzehnten die Aachener Jazz-Szene, andere sind in deutsche Jazz Metropolen wie Berlin oder Köln ausgewandert, haben aber trotzdem einen starken Bezug zu Aachen aufrecht erhalten. Wieder andere sind ganz neu in der Aachener Szene aufgetaucht und repräsentieren die Vitalität der lokalen Szene.

Ferdinand Schwarz/Darius Heid Duo


Beruhend auf stetigem musikalischem Austausch und langer Freundschaft arbeiten Ferdinand Schwarz (*1997) und Darius Heid (*1999) seit Ende 2015 im Duo. Sie spielen Eigenkompositionen, in denen Improvisation und Entschleunigung entscheidende Rollen spielen. Gemeinsame Vorlieben aus Jazz, Minimal, Improvisierte, Neue oder Elektronische/Produzierte Musik sind dabei hörbare Einflüsse. Die Besetzung erlaubt ein sehr persönliches Spiel und große Freiheiten für beide Musiker, die durch diese fordernde Situation im Laufe der Zeit eine eigene Sprache entwickelt haben, deren Grenzen sie immer aufs Neue hinterfragen.
Das Ferdinand Schwarz/Darius Heid Duo gewann bei der ‚Bundesbegegnung Jugend jazzt 2017‘ eine CD-Produktion mit dem Deutschlandfunk, sowie den Förderpreis der UDJ.
Ferdinand Schwarz – Trompete, Flügelhorn, Electronics
Darius Heid – Klavier, Laptop, Synthesizer

Werner Hüsgen Quartett – akustik-jazz

 Werner Hüsgen Quartett – feat. Lucas Leidinger

Das Quartett um den Aachener Saxophonisten Werner Hüsgen und den in Köln lebenden Ausnahmepianisten Lucas Leidinger spielt auf höchstem Level aktuellen akustischen Jazz aus eigener Feder. In ihren Kompositionen, inspiriert sowohl von europäischer Musik des 20. Jahrhunderts, als auch von den aktuellen Strömungen des europäischen Jazz, verstehen es die vier Musiker in immer neuen fesselnden Dialogen ohne Klischees zu kommunizieren. Eloquent, vital und poetisch durchstreifen sie die Musikwelten – nicht nur des Jazz- und finden dabei immer wieder neue, unendeckte Schätze.
Aktuelle CD: Ritmo Moro (Lux-Records)

Werner Hüsgen – saxophone, comp.
Lucas Leidinger – piano, comp.
Johannes Vos – bass
Simon Busch – drums

 

Art´n Schutz Orchester

 

Das Art´n Schutz Orchester, gegründet 2004, mit dem erklärten Ziel, die klanglichen Möglichkeiten üblicher Klein- und Kleinstbesetzungen zu erweitern und unabhängig von wackelnden Etats und langfristiger Planung, die oben erwähnte, gewachsene Spieltradition zu bündeln und zu kultivieren. Somit funktioniert der Klangkörper als „Band-Werkstatt“.
Für öffentliches Aufsehen sorgte das Art´n Schutz Orchester beim Debutkonzert am 1.1.2005 vor ausverkauften Haus auf der Aachener Klangbrücke und beim Kooperationsprojekt mit der Band „Freshlyground“ aus Kapstadt (Agenda 21 -Städtepartnerschaft) mit Arbeitswoche, gemeinsamen Konzerten und Tonaufnahmen. Gleichwohl die Besetzung aus dem Musikerpool wechseln kann, hat sich eine bevorzugte Instrumentierung als zu kultivierendes Ideal herausgestellt:
Stimme, Viola, Violoncello, 2 Saxophone, Piano, Gitarre, Bass, Schlagzeug. Die Arbeitsweise und Konzertgestaltung entsprechen dem improvisatorischen Umgang mit flexiblen (kollektiven) Arrangements zu Kompositionen von Heribert Leuchter, Ludger Singer und Jürgen Sturm, oder möglichen Gästen. Das Ergebnis darf als „Europäischer Jazz“ gehört werden.

Das erstklassig besetzte Art´n Schutz Orchester besteht aus Berufsmusikern von unspektakulärem Bekanntheitsgrad. Zwei von ihnen genossen bislang beruflichen Kontakt zum Goethe Institut: Anirahtak, nahm als Sängerin auf Einladung des Goethe Institut Warschau 1992 am „International Meeting of Jazz Vocalists“ der „Polish Jazz Society“ teil; und Heribert Leuchter, der als Saxophonist der Manfred Leuchter Band im Auftrag des Goethe Institutes in den letzten drei Jahren Indien, Rumänien, Griechenland, die Staaten des Nahen Ostens, Marokko und Litauen bereiste.

Anirathak – Stimme /Uli Jend – Sopran-, Altsaxophon / Christoph Titz – Trompote, Flügelhorn / Heribert Leuchter – Bariton-, Alt- und Sopransaxophon / Ludger Schmidt – Cello / Jürgen Strum – Gitarre / Ludger Singer – Klavier, Posaune / Lothar Gall-M. – Bass / Hans Günter Eisele – Schlagzeug





Karten Abendkasse: 15,- / 10,- (Ermäßigung für Schüler, Stundenten, Aachenpass)

Neuer Jazz aus London

Hören und Sprechen über Neue Musik

Neuer Jazz aus London

Freitag, der 07.09.2018 um 20 Uhr im Seminarraum der Klangbrücke

„Neuer Jazz aus London“ – unter diesem Motto steht das nächste Treffen der Reihe „Hören & Sprechen über Neue Musik“.
Im Schmelztiegel London findet seit Jahren eine äußerst interessante Entwicklung des Jazz statt. Hierzu tragen sicherlich auch die multikulturellen Wurzeln vieler junger Musiker bei, die etliche neue Blüten dieser immer kreativen Musik sprießen lassen.
An diesem Abend möchten wir einigen der neuesten Beispiele dieser Szene lauschen.

Vorbereitet werden die Treffen von Hören und Sprechen über Neue Musik von Hans-Walter Staudte und Günter Härtel

Der Eintritt ist wie immer frei!

Der Eintritt ist frei, daher ist für diese Veranstaltung  keine Online-Kartenreservierung möglich.

Hein Tint & Laia Genç DUO

Dirk Vogel / Daphne Wolf

Hein Tint & Laia Genç DUO - Myanmar Meets Europe.

Montag, 27.08.18 um 20 Uhr Klangbrücke Aachen

Das klassisch burmesische Instrument „Pat Waing“ mit seinen 21 gestimmten Trommeln trifft mit dem virtuosen Instrumentalisten Hein Tint auf die deutsch-türkische Pianistin, Komponistin und Sängerin Laia Genc. Laia Genc reiste auf Einladung des Goethe-Institutes seit 2014 bisher drei Mal nach Myanmar, um dort vor Ort mit Musikern in unterschiedlichen Konzertkontexten und Workshopformaten zu arbeiten. Gleich bei der ersten Konzertreise in 2014 lernten sich auch Hein Tint und Laia Genc kennen, zunächst im großen Ensemblekontext, bei dem das große burmesische Festensemble „Hsaing Waing“ unter der Leitung von Hein Tint mit einer Europäischen Jazzband zusammengeführt wurde. Zwischen Hein Tint und Laia Genc ist eine Form der Kommunikation möglich, die kulturelle Grenzen überschreitet. 
In 2017 hat Laia Genc eine Einladung an Hein Tint ausgesprochen, einige Konzerte im Duo in Deutschland zu geben. Für das gemeinsame Repertoire komponieren sowohl Hein Tint als auch Laia Genc und lassen ihre kulturellen Hintergründe in die gemeinsame Arbeit einfließen. So belebt die Musik von Hein Tint und Laia Genc Welten zwischen traditioneller burmesischer Musik, Jazz, freier Improvisation, songartigen Strukturen und komplexen Rhythmen auf der Suche nach einem gemeinsamen Klang. Die beiden Musiker entspinnen einen Dialog zwischen den Welten, immer feinfühlig darauf bedacht die gegenseitigen Traditionen und Ansichten auf Augenhöhe zu beleuchten. Das Duo ist auch in einer musikalischen Gesamtarbeit zu sehen, die ursprünglich in 2010 von Tim Isfort und dem Leiter des Goethe Instituts Yangon begonnen wurde. Seitdem kann „Myanmar Meets Europe“ auf einige Jahre sehr erfolgreicher interkultureller Arbeit zurückblicken. 
Die Besetzung im Duo mit dem europäischen Klavier löst das Pat Waing aus seinem traditionellen Setting und führt die beiden Instrumente in einen aktuellen Dialog. Das Klavier an sich ist der burmesischen Musik seit Ende des 19. Jhr. vertraut. Es kam mit der englischen Kolonialzeit nach Burma und unterlief dort einem kreativen Prozess, der schlußendlich einen eigenen burmesischen Klavierstil hervorbrachte. Und so ist bei genauerem Betrachten gerade die Duo Formation zwischen Pat Waing und dem Klavier eine höchstspannende Verbindung. 
 
Das Konzert ist das Examenskonzert von Laia Genc, mit dem sie Ihr Master Studium am Conservatorium Maastricht abschließt.
 

 





Karten Abendkasse: 15,- / 10,- (Ermäßigung für Schüler, Stundenten, Aachenpass)

Zur Sonne fliegt man nachts

"Zur Sonne fliegt man nachts" - Eine Video-Foto-Glasinstallation von Schieffer+Schieffer und dem Impro- Ensemble „ Fliegende Kuh“

Samstag, 07.07.18 um 20 Uhr Klangbrücke Aachen

Ein Gesamtkunstwerk entsteht —– an diesem Abend

Glas-Installationen, Videosequenzen, wild bewegt oder ruhig dahinströmend, abstrakt oder konkret, SW-Negative als Projektion; vielfältige Perspektiven und Sichtweisen entstehen.  Die Musiker des Impro-Ensembles bewegen sich in einem Raum voller Magie und Imagination. Sie entwickeln das Kunstwerk weiter, indem sie unmittelbar und spontan mit ihrer Person und ihrer Musik auf die Bildwelten, reagieren, die sich um sie herum eröffnen. Sie gewähren uns somit einen Einblick in ihre  Innenwelt.

„Zur Sonne fliegt man nachts“ wird zu einem Gesamtkunstwerk, das auch die  Betrachter und Zuhörer mitnimmt auf einen Weg zu eigenen Erinnerungen, Träumen, Gefühlen und Wünschen.

 Juliane Cromme  –  Gesang und Klavier
Hartmut Dicke  – Saxophon, Klarinette
Henning Hoffmann – E-Gitarre
Huda Knobloch – Bratsche
Ingrid Oster-Ostlender   –  Schlagzeug
Achim Schieffer  –  Saxophon
Ludger Singer  Posaune
Gunter Wolf  –  Saxophon

Schieffer+Schieffer   –   Video-Foto-Glasinstallation

 

 





Karten Abendkasse: 15,- / 10,- (Ermäßigung für Schüler, Stundenten, Aachenpass)

SHATABTI – Johannes Lemke & Jarry Singla

SHATABTI Johannes Lemke & Jarry Singla

Freitag, 29.06.18 um 20 Uhr Klangbrücke Aachen

Zwei Musiker, zwei Instrumente, zwei Reisende! Der Saxophonist Johannes Lemke und der Pianist Jarry Singla begegnen sich eher zufällig, inspirieren sich durch ihre Verschiedenartigkeit und finden doch viele Gemeinsamkeiten.Gemeinsamkeiten wie ihre Begeisterung für Klangwelten fernab Europas, die zur stetigen Quelle der Inspiration des Duos werden.

So spielt SHATABDI 2016 mit bolivianischen Musikern bei dem renommierten „Bolivia Festijazz“ in La Paz und in Köln mit dem irakischen Djoze Virtuosen Bassem Hawar. Die intensive Zusammenarbeit mit dem großartigen Perkussionisten Ramesh Shotham befördert sowohl bei Johannes Lemke als auch bei Jarry Singla eine besondere Nähe zur Musik des indischen Subkontinents. Eine Nähe, die durch Konzertreisen in Indien
sowie Begegnungen mit indischen Musikern beständig wächst. SHATABDI steht für eine weltoffene europäische Musik, die unterschiedlichste Improvisationsformen organisch miteinander zu verbinden weiß. Das Duo lässt Klanglandschaften voll lyrischer Intensität entstehen und nimmt den Zuhörer mit auf eine
musikalische Reise zwischen Jazz und ethnischer Inspiration.

Johannes Lemke – Saxophon
Jarry Singla – Piano





Karten Abendkasse: 15,- / 10,- (Ermäßigung für Schüler, Stundenten, Aachenpass)

Toshio Hosokawa mit seiner Oper „Stilles Meer“

Hören und Sprechen über Neue Musik

Toshio Hosokawa mit seiner Oper "Stilles Meer"

Freitag, der 01.06.2018 um 20 Uhr im Seminarraum der Klangbrücke

Vorbereitet werden die Treffen von Hören und Sprechen über Neue Musik von Hans-Walter Staudte und Günter Härtel

Der Eintritt ist frei, daher ist für diese Veranstaltung  keine Online-Kartenreservierung möglich.

Konzert II – Frederic Rzewski mit „United People“

Konzert II

"Coming together" - Musik des Aufbruchs

Samstag, 19.05.18 um 20 Uhr Mulde des Ludwig Forum Aachen

Frederic Rzewski

Der in diesem Jahr 80 Jahre alt gewordene Komponist und Pianist Frederic Rzewski präsentiert persönlich seine legendären Variationen des Chilenischen Protestliedes: „The People United Will Never Be Defeated“.

Das 1973 von Sergio Ortega komponierte Freiheitslied „El pueblo unido jamás será vencido“ zum Text von Quilapayún wurde nach dem Putsch am 11. September in Chile zum Symbol des Widerstandes gegen Pinochet und sein Regime. Es steht bis heute weltweit für den Kampf gegen die Unterdrückung von Völkern und Menschen und wurde zum Symbol der politischen Linken Chiles.

1975 komponierte Frederic Rzewski 36 Variationen über das Thema und erschuf ein einstündiges, technisch extrem anspruchsvolles Klavierwerk, welches bei der 200-Jahr Feier der Vereinigten Staaten uraufgeführt wurde. Diese Uraufführung wurde damit zu einem kritischen Statement gegen die amerikanische Unterstützung der Militärjunta in Chile.





Karten Abendkasse: 20,- / 15,- (Ermäßigung für Schüler, Stundenten, Aachenpass)

„…als Rzewski selbst 1977 im WDR in der Konzertreihe „Neue Einfachheit“ seine Variationen über „The People United“ vorstellte: tonal, voller Melodik, Erotik, Wohlklang, reißerisch schwierig, hinreißend schön: da entsetzten sich die Kritiker und schalten ihn Verräter.

Einige der Schwierigkeiten in den Variationen über „The People United Will Never Be Defeated“ sind einfach nur fies, wie die 19. Variation mit den Stakkato-Verschiebungen. Andere sind ungreifbar, wie in der 34. Variation: weitestmögliche Lage beider Hände, Riesensprünge und Miniglissandi. Und dazu sollte dann auch noch klar und schön die unsichtbare dritte Stimme erklingen, diese Hymne der Bewegung des chilenischen Widerstandes, erfunden von Sergio Ortega, gesungen auf der ganzen Welt, übersetzt in alle Sprachen, die in Rzewskis Notenmeer immer wieder untergeht und wieder auftaucht und wieder untergeht: diese magische Melodie.

Der skandierte Sprechchor, mit dem „The People United“ traditionell bei den Demonstrationen auf der Straße begann, ist in kraftvolle Oktavgänge verwandelt worden. Das Marsch-Lied selbst, in Moll, sitzt auch bei Rzewski von Anfang an fest im Viervierteltakt-Korsett, aber auftaktige Triolen geben ihm einen leichtfertigen Twist mit auf den Weg, etwas Barmusikartiges, Chansonhaftes. Und dann geht es los: mit jeder neuen Variation weiter durch den Quintenzirkel. Nach einem von Rzewski entworfenen Modell über die Kunst des Improvisierens werden jeweils fünf Variationen in einer sechsten Variation zusammengefasst.

Es geht also um Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft und um die Struktur des Erinnerns. Um „einfache Ereignisse“, „Rhythmen“, „Melodien“, „Kontrapunkt“, „Harmonien“ und schließlich um „Kombinationen aus alledem“. Der Grundbass aus Purcells „Music for a While“ taucht auf und verschwindet wieder. Eislers Solidaritätslied, die Bandiera Rossa, Jazz und Pop. Alles drin. Das letzte Variationenpäckchen zieht die Summe aus dem Ganzen, anschließend darf improvisiert werden. Und wenn sie danach noch einmal, zum allerletzten Mal wiederkehrt, diese Melodie, pur und allein, wie das Thema in Bachs Goldbergvariationen wiederkehrt, dann ist das wie ein Amen. Oder: Basta.“ Eleonore Büning (FAZ 21.4.12)