Neue Musik - Aktueller Jazz - Improvisierte Musik

Gesellschaft für zeitgenössische Musik Aachen

foto©Shai Levy

JAN GERDES

Neue Musik - Klavier Solo "EAST-WEST-CENTRAL-SOUTH"

Samstag, 07.02.26 um 20 Uhr Klangbrücke Aachen im Alten Kurhaus

EAST-WEST-CENTRAL-SOUTH                                                               

Afrikanische und afrodiasporische zeitgenössische Klaviermusik

Jan Gerdes- Klavier

 

Der Klavierabend „ EAST-WEST-CENTRAL-SOUTH“ des Berliner Pianisten Jan Gerdes präsentiert zeitgenössische afrikanische und afrodiasporische Klaviermusik der Jahre 1986-2020.

Jan Gerdes gehört zu den interessantesten und wandlungsfähigsten Musikern seiner Generation. Als vielfach ausgezeichneter Pianist beherrscht er sowohl das klassisch-romantische als auch das zeitgenössische Repertoire. Internationales Aufsehen erregte er 2024 mit dem Album „EAST-WEST-CENTRAL-SOUTH“ mit zeitgenössischer afrikanischer Klaviermusik.

In einer zunehmend multipolaren und diversifizierten Szene der zeitgenössischen Musik möchte dieser Klavierabend das aktuelle zeitgenössische Musikschaffen des afrikanischen Kontinents sowie der aktuellen afrodiasporischen Szene in den Fokus der Aufmerksamkeit stellen.

Es ist spannend zu hören, wie hier musikalische Paradigmen der westlichen zeitgenössischen Musikszene übernommen, diese transformiert und durch eigene Paradigmen ersetzt werden. So entsteht ein umfassenderer und neuer Blick auf das zeitgenössische Musikschaffen über die rein westliche Perspektive hinweg.

Neben ausgewählten Werken des Albums „EAST-WEST-CENTRAL-SOUTH“ von Clare Loveday, Andile Khumalo und Bongani Ndodana- Breen, erklingen, dramaturgisch sinnvoll ergänzt, Klavierwerke der aktuellen afrodiasporischen New Yorker Szene mit Stücken von Hannah Kendall, Alyssa Regent und Julius Eastman.

Ein Klavierabend von seltener Intensität erwartet das Publikum: reich an Kontrasten, überraschend in seinen Ausdrucksformen und getragen von Werken, die bisher nur selten den Weg ins Konzertprogramm finden. In Jan Gerdes begegnet man einem Interpreten, der diese Klangwelten mit sensibler Gestaltungskraft und künstlerischer Vision auf höchstem Niveau erfahrbar macht.

 

Programm:

Teil 1 Afrika:

Clare Loveday (ZA,*1967):                  Johannesburg Etude 1 (2012)

                                                               Johannesburg Etude 2 (2015)

Andile Khumalo (ZA,*1978):                Schau-fe[r]n-ster II for piano (2014)

Bongani Ndodana-Breen (ZA,*1975): Isiko (2019)

Teil 2 Afrodiaspora:

Alyssa Regent (FR*1995):                  6 Miniatures for Solo Piano (2020)

                                                                (based on Four Quartets by T.S.Eliot)

Hannah Kendall (GB,*1984):             Processional (2018)

Julius Eastman (US,1940-1990):      Piano 2 for solo piano  (1986)

 

 

Der Pianist Jan Gerdes gehört zu den interessantesten und vielseitigsten Musikern seiner Generation. Als vielfach ausgezeichneter Pianist zwischen Tradition und Avantgarde beherrscht er sowohl das klassisch-romantische als auch das zeitgenössische Repertoire. 

So spielt er in seinen vielfältigen Soloprogrammen sowohl Bachs Goldberg- Variationen als auch Karlheinz Stockhausens Klavierstücke.

Jan Gerdes studierte Klavier an den Musikhochschulen Hannover und Detmold bei den Professor-innen Kurt Bauer, Nerine Barett und Renate Kretschmar- Fischer und besuchte Meisterkurse bei weiteren namhaften Pianisten wie Anatol Ugorski, Halina Czerny-Stefanska oder Edith Picht- Axenfeld. Eine internationale Konzerttätigkeit führte den vielfach ausgezeichneten Künstler in viele Länder Europas, nach Südamerika und Fernost. Er gastierte bei namhaften Festivals wie dem Schleswig-Holstein- Musik- Festival, Maerzmusik Berlin, Gaudeamus-Woche- Rotterdam, den Dresdner Musikfestspielen, Bregenzer Festspielen, Festival Memmix Palma de Mallorca, Festival Chiffren, den Stockhausen- Kursen, Festival Musica Straßburg, Kunstfest Weimar, Centre Acanthes Metz, den Haller Bachtagen, Ultraschallfestival Berlin, Beethovenfest Bonn, den Weingartner Tagen Neuer Musik, dem Westfälischen Musikfest und den Ferienkursen für Neue Musik Darmstadt und trat in den großen Konzertsälen wie Berliner Konzerthaus, Kölner Philharmonie, Essener Philharmonie, Konzerthaus Wien, Freiburger Konzerthaus, Tonhalle Düsseldorf Alte Oper Frankfurt und Berliner Philharmonie auf.

Er machte CD-, Fernseh- und Rundfunkaufnahmen für den NDR, WDR, MDR, HR, RB,

ORF, Deutschland Radio Berlin sowie beim Label Ambitus. 2008 erschien seine erste Solo-

CD `Gelände/Zeichnung` mit aktuellster zeitgenössischer Klaviermusik bei dem Label Zeitklang.

Gerdes arbeitete mit einigen der führenden zeitgenössischen Komponisten wie Karlheinz

Stockhausen, Wolfgang Rihm, Helmut Lachenmann und Peter Ruzicka zusammen und spielte Uraufführungen vieler weiterer Werke namhafter Komponisten wie Sidney Corbett, Peter Gahn, Brice Pauset, Moritz Eggert, Annette Schlünz, Markus Bongartz, Marcus Antonius Wesselmann und vielen mehr.

Als Grenzgänger zwischen Klassik, Neue Musik, Elektronica und Performance gründete er 2004 gemeinsam mit Thomas Andritschke das Improvisations- Kompositions- Duo „ EROL“, welches die Schnittstelle zwischen zeitgenössischer Klaviermusik und elektronischer Clubkultur auslotet. Das Album „ Die letzte Forelle“  erschien 2010. Seit 2018 arbeitet Jan Gerdes mit dem Berliner Elektronikkünstler und Techno-Produzenten Frank Bogdanowitz alias Dr. Nojoke als `rand`  zusammen. Im September 2022 erschien deren Debut- Album „ Peripherie“. Neben Aufführungen mit so unterschiedlichen Künstlern wie dem Schauspieler Christian Brückner oder der DJ`in Marusha entstanden auch zwei Filmprojekte der zeitgenössischen Oper Berlin, in denen er als Musiker und Schauspieler mitwirkte. Nach dem 2011 gemeinsam mit der Berliner Theatergruppe Nico and the Navigators auf die Bühne gebrachten szenischen Projekt `Petite Messe Solenelle` erfolgte 2017 eine neue gemeinsame Produktion `Im Gegensatz zu Dir`, in der Jan Gerdes als Musiker und Performer mitwirkt. Gemeinsam mit dem Musikpsychologen Dr. Schäfer entwickelte Jan Gerdes das Projekt `Das Geheimnis von Musik und Zeit`, welches als künstlerisch- wissenschaftliches Projekt im Rahmen der Dresdner Musikfestspiele im selben Jahr seine Uraufführung erlebte.

Darüberhinaus sind im Laufe der letzten Jahre eigene Klavier-Solokompositionen und Songs entstanden und ein Klavier- Soloprojekt mit dem Namen  `Songs & Improvisations`. Impulsgebend für dieses Projekt war das über die Jahre stetig wachsende Bedürfnis, die eigene musikalische Sprache, bei allem Respekt und aller Demut gegenüber den großartigen Qualitäten komponierter Musik des Repertoires, zu entdecken und ein Maß an musikalischer Entfaltung und Freiheit jenseits strengem Interpretentums zu erreichen.

Im Juli 2024 erschien das neue Album „ East-West-Central-South“ mit afrikanischer zeitgenössischer Klaviermusik beim Label Genuin, das von der Presse bereits überaus lobend erwähnt wurde. Erst vor kurzem kehrte Jan Gerdes von einer Tournee durch Südafrika mit Konzerten und Workshops in Johannesburg und Pretoria zurück.

Jan Gerdes lebt in Berlin und unterrichtet das Fach Klavier an der Universität Potsdam.

Er lehrte außerdem zeitgenössische Klaviermusik an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin, dem Mozarteum Salzburg, Improvisation an der Musikhochschule Mannheim, der University of Liverpool, zeitgenössisches Lied an der Musikhochschule Detmold sowie Neue/experimentelle Musik an der Universität Potsdam.

www.jan-gerdes.de

 

Karten Abendkasse: 20,- / 15,- (Ermäßigung für Music-Loft Schüler, Schüler, Studenten, Aachenpass)

Unter 16 Jahren FREI !

Foto: Klaus Rudolph CC BY-SA 4.0

HÖREN & SPRECHEN ÜBER NEUE MUSIK

Helmut Lachenmann zum 90.sten - My Way (Film)

Freitag, 06.02.26 um 19:30 Uhr im Music Loft Studio der Klangbrücke Aachen

Unter den deutschen Komponisten des 20. und 21. Jahrhunderts ragt sicherlich Helmut Lachemann als Solitär hervor.
Er, der letzten November seinen 90. Geburtstag feiern konnte, galt wohl immer als der besondere unter den Neutönern – und das seit weit mehr als einem halben Jahrhundert.
 
Dies wurde mir nochmals bewußt, als ich rund um seinen Geburtstag gleich zwei Konzerte bei seiner Anwesenheit in der Kölner Philharmonie erleben durfte.
Zum ersten Mal hörte ich Helmut Lachenmann mit seinem 1. Streichquartett „Gran Torso“ in den 80er Jahren live mit dem damals jungen Arditti Streichquartett. Mit einem Freund war ich damals dafür extra nach Duisburg gefahren und wir waren baff erstaunt über diese Musik der experimentellen Klangerzeugung, die der Komponist als „musique concrète instrumentale“ erfunden hatte und fortan in seinen Kompositionen anwendete.
 
Seitdem hat mich das Schaffen Lachenmanns gefesselt und fasziniert. Diese „versteckte“ Schönheit in seiner Musik mit großer Freude immer wieder zu entdecken – ja zu genießen, hat bis heute Bestand.
 
Kurz vor seinem 90. Geburtstag hörte ich also in Köln „Concertini“ von 2005, ein Spätwerk, das großartig vom Ensemble Modern Orchestra aufgeführt wurde. Kurz nach seinem Geburtstag dann sein Klavierkonzert „Ausklang“ von 1985 mit dem SWR Symphonieorchester (Solist Jean-Francois Heiser und Dirgent Francois-Xavier Roth). Wiederum ein Erlebnis!
Der Film, den wir uns am 6.2. im Studio anschauen wollen, heißt „Helmut Lachenmann – My Way“ von Wiebke Pöpel. Er erscheint mir sehr gut geeignet, uns den Menschen und einzigartigen Komponisten näherzubringen.
 
Günter Härtel

Der Eintritt ist frei – Interessierte sind herzlich willkommen!

Die Treffen werden vorbereitet von Günter Härtel und Hans-Walter Staudte

KAISA PROMO

Kaisa’s Machine

Samstag, 31.01.2026 um 20 Uhr Klangbrücke Aachen

Kaisa’s Machine spiegelt die musikalische Vision der Bassistin Kaisa Mäensivu wider: mal schwungvoll und groovend, mitreißend und lebensfroh, dann wieder nachdenklich und geheimnisvoll. Ihre Musik bewegt sich zwischen Leichtigkeit und Tiefe und scheint die großen wie kleinen Tragödien des Lebens zu reflektieren. Das Bassspiel ist für Mäensivu ein zentrales Ausdrucksmittel, um diese Spannungsfelder hörbar zu machen.

Gegründet im Jahr 2015, feierte das Ensemble 2017 sein Debüt mit dem kompakten und fantasievollen Album In the Key of K. Kurz darauf zog Mäensivu nach New York und begann, sich international einen Namen zu machen. Trotz wechselnder Besetzungen blieb der Name Kaisa’s Machine bestehen. Auf dem renommierten Label Greenleaf Music, gegründet von Trompeter Dave Douglas, veröffentlichte sie das Album Taking Shape, ihr erstes Werk als New Yorkerin, sowie Moving Parts im Jahr 2025.

Mäensivus Kompositionen sind emotional vielschichtig und zugleich anspruchsvoll. Ihr Bassspiel steht oft im Zentrum der Musik: ein voller, resonanter Klang und ein prägnanter Anschlag, der sofort Wiedererkennungswert besitzt. Ihre Stücke erzählen Geschichten, überraschen mit klanglicher Vielfalt und bewahren stets eine spürbare Offenheit.


„Ich habe das Gefühl, dass diese Musik die Magie von New York einfängt – einen Ort, dessen Atmosphäre offen für Neues ist“, sagt Mäensivu.

“Strong, highly musical bass presence”London Jazz News
“A band of young aces”New York Times

Kaisa Mäensivu – bass
Max Zenger – sax
Rasmus Sorensen -piano
Joe Peri – drums

Karten Abendkasse: 20,- / 15,- (Ermäßigung für Music-Loft Schüler, Schüler, Studenten, Aachenpass)

Unter 16 Jahren FREI !

ANIRAHTAK Trio

Freitag, 16.01.2026 um 20 Uhr Klangbrücke Aachen

ANIRAHTAK – Stimme

Christian Ramond – Bass

Ludger Singer – Klavier 

Das Ensemble begann als Duo, bestehend aus Anirahtak (alias Ulla Marks) und Ludger Singer. Beide sind langjährige Weggefährten, die bei ihren musikalischen Ausflügen durch ein Repertoire – von Weill über Ellington bis zu Singers eigenen Kompositionen – oft den vorgegebenen Weg verlassen. Sie improvisieren frei, auch mit unvollständigen Fragmenten, und verzichten bewusst auf Notenblätter, um der Kreativität freien Lauf zu lassen.

 

Im Jahr 2006 wurde Christian Ramond erstmals beim „InFront Festival der GZM“ in Aachen Teil des Ensembles. Bei den darauffolgenden Konzerten in ganz Deutschland fügte er sich mühelos in die Gruppe ein und bereicherte sie mit seinem warmen Kontrabass-Sound, den er auch als Melodieinstrument versteht.

 

Gemeinsam entstehen Klangverflechtungen, die zwischen Jazz, Trash, Experiment und Trivialität pendeln – eine Mischung aus liebevoll-naiver und skurril-absurder Grundstimmung.

 

Karten Abendkasse: 20,- / 15,- (Ermäßigung für Music-Loft Schüler, Schüler, Studenten, Aachenpass)

Foto: Gerlinde Hipfl  CC BY-SA 4.0

HÖREN & SPRECHEN ÜBER NEUE MUSIK

Bernhard Lang (*1957 )

Beim ersten Treffen von Hören & Sprechen über Neue Musik im Jahr 2026 geht es um den 1957 in Österreich geborenen BERNHARD LANG.
Ab 1975 studierte er Philosophie, Germanistik, Jazztheorie, Klavier, Kontrapunkt und Harmonielehre. 1977 bis 1981 – noch während des Studiums – arbeitete er als Komponist, Arrangeur und Piainist mit verschiedenen Jazzgruppen. Danach begann Lang seine Beschäftigung mit Elektonischer Musik und Computertechnologie.
Lang zieht Anregungen aus diversen Genres: Avantgarde des 20. Jahrhunderts, historische europäische Kunstmusik, Jazz, Free Jazz, Rock, Punk, Techno und Elektronica. Oftmals stehen Phänomeme der „Wiederholung“ und das „Recyclen“ historischer Musiken im Mittelpunkt.
Die italienische Musikzeitschrift „Classic Voice“ zählt Bernhard Lang nach einer Bewertung durch mehr als 100 Experten für zeitgenössische Musik zu den zehn wichtigsten lebeden Komponisten.

Freitag, 09.01.26 um 19:30 Uhr im Music Loft Studio der Klangbrücke Aachen

Der Eintritt ist frei – Interessierte sind herzlich willkommen!

Die Treffen werden vorbereitet von Günter Härtel und Hans-Walter Staudte

©Vincent Sima

Jakob Bänsch Quartett

Donnerstag, 18.12.2025 um 20 Uhr in der Kammer des Theater Aachen

Der Trompeter und Komponist Jakob Bänsch zählt zu den vielversprechendsten Rising Stars der europäischen Jazzszene.

Die London Jazz News attestieren seiner Musik eine „mesmerizing, Bach-like intensity“, während ihn der renommierte New Yorker Jazzkritiker Bill Milkowski bereits mit dem jungen Wynton Marsalis vergleicht.

Sein Debütalbum Openingwurde unter anderem mit dem Deutschen Jazzpreis 2024 als „Debütalbum des Jahres“ ausgezeichnet. Im Februar 2025 folgte sein zweites Album All The Others, welches impressionistische Klassik, modernen Jazz und Folk-Elemente kunstvoll miteinander verwebt.

Aufgewachsen als Sohn klassischer MusikerInnen in der Nähe von Pforzheim, erhielt Bänsch schon früh sowohl eine klassische als auch eine Jazz-Ausbildung. Bereits als Jugendlicher war er parallel Mitglied im Landesjugendorchester und im Landesjugendjazzorchester Baden-Württemberg. 2020 wurde er Mitglied des Bundesjazzorchesters.

Mit seinen eigenen Bands trat er bereits in den renommiertesten Jazzclubs und auf führenden Festivals Deutschlands auf – darunter die Leverkusener Jazztage, Jazz Baltica und JazzOpen Stuttgart – und arbeitete eng mit internationalen Größen wie Nathan East, Nils Landgren, Wolfgang Haffner, Emil Mangelsdorff, Wolfgang Niedecken, Max Mutzke, Michael Abene sowie als Solist mit der WDR Big Band zusammen.

Als Sideman wirkt Bänsch aktuell in den Bands von Joachim Kühn, Tania Giannouli, Gee Hye Lee und Benny Greb, mit denen er schon auf Festivals in Frankreich, Großbritannien, Italien oder Marokko spielte.

Als Komponist wurde Bänsch an der HfMT Köln ausgebildet, war Stipendiat des WDR Composers Fellowship Programms und Teilnehmer der Elbphilharmonie Jazz-Academy.

Seine Werke schöpfen ihre Inspiration vor allem aus der klassischen Musik um 1900 (u.a. Maurice Ravel, Claude Debussy, Alexander Scriabin) sowie dem Modern Jazz der 1960er- und 1970er-Jahre (z.B. Wayne Shorter, Herbie Hancock). Aus dieser Verbindung entsteht ein unverwechselbarer Sound – gespickt von Lyrik, symphonischer Dramaturgie, epischer Intensität und Virtuosität.

„Jakob Bänsch ist ein erstaunliches Debüt gelungen, musikalisch mitten in der Tradition des kunstvoll modernen Jazz und zugleich unabhängig von dessen gewohnten Mythenschwurbel.“– Süddeutsche Zeitung

 
Jakob Bänsch – Trumpet
Niklas Roeve  – Piano
Jakob Obleser –  Bass 
Leo Asal –  Drums 

Trotz aller Widerstände - Der jüdische Kulturbund in Nazi-Deutschland

Neue Musik Ensemble Aachen und Jochen Deuticke

Sonntag, 14.12.25 um 20 Uhr Ballsaal im Alten Kurhaus Aachen

Konzert und Lesung zum Gedenken an die Pogromnacht

 

Mit diesem Konzert gedenken wir der Reichspogromnacht und würdigen das bemerkenswerte kulturelle Schaffen jüdischer Künstlerinnen und Künstler, dass trotz der repressiven Politik des NS-Regimes in Deutschland fortbestand. Im Mittelpunkt steht der „Kulturbund Deutscher Juden“, der 1935 gezwungenermaßen in „Jüdischer Kulturbund“ umbenannt wurde. Bereits kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten bot der Kulturbund eine der letzten Möglichkeiten für jüdische Kunstschaffende, künstlerisch tätig zu bleiben und Arbeit zu finden. Gleichzeitig ermöglichte er der jüdischen Bevölkerung, Kunst und Kultur weiterhin in einem geschützten Rahmen zu erleben. Die erste Gründung erfolgte in Berlin, bald darauf folgten weitere in Köln, Frankfurt und Hamburg. 1941 wurde der „Jüdische Kulturbund“ schließlich von den Nationalsozialisten verboten. Die Veranstaltung verbindet das Informative, das durch die Lesung vermittelt wird, mit dem Musikalischen, das zwischen den Texten erklingt. Musikalisch möchten wir Werke von Komponisten präsentieren, die dem Kulturbund verbunden waren, in den damaligen Konzertprogrammen vertreten wurden oder – wie im Fall von Karl Wiener – der als Dramaturg eine Funktion im Berliner Kulturbund innehatte.

Ein besonderes Highlight dieses Konzerts wird die Uraufführung von Wieners Quintett (1934) sein, dessen Manuskript sich im Archiv der National Library of Israel befindet. Das Original ist teilweise in einem sehr schlechten Zustand und muss erst in eine lesbare Notation übertragen werden.

Karl Wiener wurde 1943 im Konzentrationslager ermordet, und sein musikalisches Erbe drohte in Vergessenheit zu geraten. Die erstmalige Aufführung dieser Komposition nach 91 Jahren ist ein künstlerisches und historisches Ereignis. Neben seiner Musik werden weitere Werke von Komponisten erklingen, die einst in den Konzertprogrammen des Kulturbunds präsentiert wurden.

Die Lesungen von Jochen Deuticke bieten anhand der wissenschaftlichen Veröffentlichungen von Sylvia Rogge-Gau, Gabriele Fritsch-Vive sowie weiterer Recherchen einen tiefen Einblick in die Aktivitäten und den Überlebenskampf des Jüdischen Kulturbunds in Berlin – stellvertretend für alle weiteren Kulturbünde im gesamten Land.

Gespielte Werke:

 

Karl Wiener (Rekonstruktion und Uraufführung)

 

Weitere Komponisten, die im Kulturbund aktiv waren oder verfolgt wurden (werden noch bekannt gegeben)

 

Hintergrund: Seit 2018 widmet sich das Neue Musik Ensemble Aachen in seiner jährlichen Konzertreihe zum Gedenken an die Reichspogromnacht den Schicksalen jüdischer Komponisten und ihrer Musik. Jedes Projekt beleuchtet einen anderen Aspekt der Verfolgung und Repressionen, denen die Künstler ausgesetzt waren. Wenig bekannte oder in Vergessenheit geratene Komponisten werden wieder hörbar gemacht. Mit diesen besonderen Konzerten setzen wir ein Zeichen gegen das Vergessen.

 

Neue Musik Ensemble Aachen (NMEAC)

Catharina Marquet – Gesang

Olaf Futyma – Flöte

Regina Pastuszyk – Klarinette

Pofan Chen – Violine

Tom Morrison- Viola

Cornelia Briese – Cello

Manou Liebert – Harfe

Theodor Pauss – Klavier

Karten Abendkasse: 25,- / 20,- (Ermäßigung für Schüler, Stundenten, Aachenpass)

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Vibrations Quartet

Samstag, 06.12.2025 um 20 Uhr Klangbrücke Aachen

Stefan Bauer – Vibraphon

Calvin Lennig – Bass

Clemens Orth – Klavier

Stefan Kremer – Schlagzeug

 

Stefan Kremer und Stefan Bauer lernten sich bereits in den 1970ern kennen bei

gemeinsamen Konzerten. Bauer zog nach Kanada, später die USA, und wurde ein Teil

der dortigen Musikszene. In den letzten Jahren ist er wieder regelmäßig in Deutsch-

land. Die beiden hielten Kontakt und erneuerten ihre musikalische Zusammenarbeit.

In Clemens Orth and Calvin Lennig fanden sie enthusiastische Partner für dieses neue

Projekt.

 

 

 

Karten Abendkasse: 20,- / 15,- (Ermäßigung für Music-Loft Schüler, Schüler, Studenten, Aachenpass)

Foto: Louisa Dedalus  CC BY-SA 4.0

HÖREN & SPRECHEN ÜBER NEUE MUSIK

John Luther Adams (*1953 - Amerikanischer Komponist )

Beim letzten Treffen der Veranstaltungsreihe in 2025 geht es um den Komponisten John Luther Adams.
Der amerikanische Komponist (*1953) kam mit 22 Jahren nach Alaska, wo er seit 1978 auch lebt. Zunächst tätig für Umweltorganisationen fand er auf Umwegen zur klassischen Musik.Beginnend als Schlagzeuger in einer Rockband, lernte er die Musik von Frank Zappa, Edgar Varèse und Jahn Cage kennen. Morton Feldman ließ ihn seine Berufung als Komponist finden.
Adams Musik wird stark geprägt von den Landschaften Alaskas. Ein Zitat von ihm führt zu einer treffenden Beschreibung seiner Musik:
»Was ist Raum eigentlich und wo sind die Geräusche darin verortet? Man könnte die Kernidee meiner Musik mit einem Aufenthalt im Wald vergleichen. Dort taucht man sofort in die Geräuschkulisse der Natur ein, in das Rauschen der Bäume, das Lichtspiel der Blätter, die Gerüche des Waldes und das Gefühl der Erde, auf der man läuft. Diese Ganzheitlichkeit möchte ich in meiner Musik auch erschaffen. Man soll sich im Raum, in der Zeit und in der Musik verlieren.« 

Freitag, 05.12.25 um 19:30 Uhr im Music Loft Studio der Klangbrücke Aachen

Der Eintritt ist frei – Interessierte sind herzlich willkommen!

Die Treffen werden vorbereitet von Günter Härtel und Hans-Walter Staudte

Musikerinnen aus Junges Podium I

JUNGES PODIUM II - SONNTAGS-MATINEE

Sonntag, 30.11.25 um 11 Uhr Klangbrücke Aachen

Zum zweiten Mal lädt die Veranstaltungsreihe Junges Podium dazu ein, herausragende Nachwuchstalente der Musikhochschule live zu erleben. In der Sonntags-Matinee präsentieren engagierte Studierende mit frischem Blick und großer musikalischer Leidenschaft ihr Können.

Im Zentrum steht dabei die neue Kammermusik: Es erklingen zeitgenössische Werke von Komponistinnen und Komponisten unserer Zeit – lebendig, vielseitig und voller klanglicher Entdeckungen.

 

Programm:

 

Julia Wolfe (*1958) „Blue dress for String Quartet“ (2015)

Enno Poppe (*1969) – „zwölf“ für Violoncello (2014) 
Mark Applebaum (*1967)  – „Aphasia“ für solo performer*in und Zuspielung (2010)  
Felipe Lara (*1979) – „Meditation and Calligraphy“ für Bassflöte (2014) 
Harrison Birtwistle (*1934) – „Verses“ für Klarinette und Klavier (1969) 
Carlos Lopes (*1995) – „Lebewohl“ für Klavier solo (2017) 

 

Mitwirkende:

Oleksii Pshenychnikov (Violine)
Tingyu Chen (Violine) 
Sofiia Savchuk (Viola)
Ella Helen Wieck (Violoncello)
Marta Nabeiro (Cello) 
Jacqueline Dourado (Percussion) 
Francesco Marzano (Flöte) 
Valentin Müller (Klarinette) 
Carlos Lopes (Klavier) 

 

EINTRITT FREI!