Neue Musik - Aktueller Jazz - Improvisierte Musik

Gesellschaft für zeitgenössische Musik Aachen

Robert Moeller

WE DON`T SUCK, WE BLOW!

In Vitro

Samstag, 29.06.24 um 20 Uhr Klangbrücke Aachen

Eine Band, so eigenwillig wie der Name selber. Die Sechs sind Houdinis der Improvisation. Sie kennen die Literatur ihres Genres im Schlaf, finden ihre größte Erfüllung aber dort, wo sie sich von Vorbildern lösen und ihr ganz eigenes Ding machen. Ihr eigenes Ding: Den Jazz upfreshen, wegdenken von all dem theoretischen Überbau, ihn mitnehmen zu Funk, instrumentalem HipHop und elektronischen Eskapismen. Ihn fühlen und dieses Gefühl so direkt wie möglich in eine Tonfolge rammen. Und das alles zusammen mit Musikern, die ihr Instrument ähnlich offen denken und fühlen wie man selber. Entscheidend ist, was auf der Bühne im kollektiven Austausch entsteht. Ob diese Bühne nun auf einem Technofestival, im ehrwürdigen Theatersaal oder in einem verschwitzten Kellerclub steht, ist der Band letztlich latte. Und ebenso, ob der Zuhörer die Augen schließt, wippt, tanzt oder sich hinlegt.
 
Gleiches gilt für „In Vitro“, das zweite Album von We don’t suck, we blow!, das auf das 2017 veröffentlichte „Trocken“ folgt. Im direkten Vergleich ballert einem die Entwicklung der Formation förmlich in die Fresse: Wo „Trocken“ die vielen Stile und Einflüsse noch in wohlformulierter Koexistenz präsentierte, ist auf „In Vitro“ alles zu einer großen Schatzinsel der stilinklusiven Abenteuerlust geworden. Alles wirkt so leicht und doch drückend, verspielt und trotzdem prägnant, zielgerichtet und zugleich in alle Richtungen offen. Man ahnt Zitate an die Großen des Jazz (aber auch der Klassik oder der Funkmusik), man findet Disharmonisches neben superakkurat und unisono Weggroovendem. Doch vor allem hört man die große Freude, die die sechs Musiker beim Einspielen dieser Platte hatten. Alle gemeinsam in einem Raum, live aufeinander hörend, miteinander ringend und schmusend, sich gegenseitig die Spitzen um die Ohren knallend – und sich vor allem, und das ist das Schöne beim Hören, stets blind aufeinander verlassend.
 
Chris Lüers – Posaune
Adrian Hanack – Saxofon
Umut Abaci – DJ, efx, Synthesizer
Florian Kiehn – Gitarre
Falko Harriehausen – Bass
Johannes Metzger – Schlagzeug
 

Karten Abendkasse: 18,- / 13,- (Ermäßigung für Music-Loft Schüler, Schüler, Studenten, Aachenpass)

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