Anatolijus Senderovas

Virtuelles Hören (weniger Sprechen) über Neue Musik - Anatolijus Senderovas (Komponist aus Litauen)

Freitag, den 05.03.2021

Anatolijus Šenderovas, am 21. August 1945 in Uljanowsk an der Wolga geboren. Er wuchs in der litauischen Hauptstadt Vilnius auf und studierte am dortigen Konservatorium. Später kamen weitere Kompositionsstudien in Leningrad hinzu. Zu seinen ersten musikalischen Vorbildern gehörte Dmitri Schostakowitsch, dessem Andenken Šenderovas 1976 sein erstes Streichquartett widmete und dessen Initialen D-Es-C-H er darin als Thema verarbeitete. In dem einsätzigen, in freier Zwölftontechnik gehaltenen Werk setzt sich der junge Komponist mit unterschiedlichen Formen der Musikgeschichte auseinander und lässt es in einer raffinierten Fuge gipfeln.
Erste internationale Erfolge feierte Šenderovas ab Mitte der 70er Jahre bei Neue-Musik-Festivals in Ost-Berlin, Luxemburg und Edinburgh sowie beim renommierten „Warschauer Herbst“. Auch bei mehreren Kompositions-Wettbewerben nahm er erfolgreich teil. Beispielsweise gewann Šenderovas 1993 beim Festival „Musica Judaica“ in Prag mit dem Stück „Der tiefe Brunnen“ für Singstimme, Flöte, Violine, Violoncello, Klavier und Schlagzeug den zweiten Preis. Textvorlage ist ein Gedicht von Franz Kafka. Nicht nur für die Singstimme – im Falle der vorliegenden Aufnahme ist es die der Sopranistin Joana Gedminaitė – sondern auch für die anderen Ausführenden ist die Komposition ein Parforceritt durch Stile und Emotionen und geht mitunter an die Grenzen des technisch Machbaren.
 
Playlist (alles YouTube):
 
https://youtu.be/h3MVGnuoWKA

Vorbereitet werden die Treffen von Hören und Sprechen über Neue Musik von Hans-Walter Staudte und Günter Härtel

Der Eintritt ist frei, daher ist für diese Veranstaltung  keine Online-Kartenreservierung möglich.